Das Glanrind

Zuchtgeschichte und heutiger Stand der Zucht

Den Grundstein zur heutigen Glanviehzucht legte Herzog Christian IV von Pfalz-Zweibrücken mit seiner Körverordnung vom 12. September 1773. Diese besagte, daß das vorhandene rote Landvieh durch die Hereinnahme von Deckbullen der Simmentaler und graubraunen Schweizer Rasse züchterisch verbessert werden müsse. Dadurch konnte sich im Glantal ein leichterer, edler, milchergiebiger, einfarbiger Rindviehschlag (Glanrind) entwickeln, während am Donnersberg ein schweres, grobknochiges, geschecktes Arbeitsrind (Donnersberger) gezüchtet wurde.

Durch die räumliche Nähe beider Zuchtgebiete kam es noch im 19. Jahrhundert zur Vereinigung beider Schläge und am 27. März 1898 zur Gründung des Glan-Donnersberger Zuchtverbandes mit Sitz in Kaiserslautern. Diesem folgte 1912 die Gründung des Verbandes Rheinischer Glanviehzuchtgenossenschaften (VRG) mit Sitz in Trier. Da beide Organisationen sehr erfolgreich arbeiteten, wuchsen die Tierbestände rasch an und erreichten gegen Ende der 1950er Jahre einen Höchststand von ca. 400.000 Tieren.

Nach einer langen Phase der Reinzucht mit gelegentlicher Blutauffrischung durch gelbe Frankenrinder (heute: Deutsches Gelbvieh) führte die zur Steigerung der Milchleistung durchgeführte Kombinationskreuzung mit dem roten dänischen Milchrind (RDM, rote Dänen) zum Niedergang der Rasse.

Diese wäre zu Beginn der 1980er Jahre fast ausgestorben, wenn es nicht 7 beherzte Bauern gegeben hätte, die sich am 18. Januar 1984 mit gerade noch 25 Glankühen zur Erhaltung des Glanrindes entschlossen hätten. Nur sie und sonst niemand hat die Glanvieh-Erhaltung begründet. Ihnen allein ist es zu verdanken, daß sich die kleine Tierpopulation erholte und zu einem bescheidenen Höhenflug ansetzte, sodaß heute wieder mehr als 1000 Glanrinder gezählt werden können.

Quelle: http://www.glanrind.de/glanrind/zucht.html